[Kaffeeklatsch am Sonntag] über die Suche nach dem neuen Mitbewohner oder auch: das kann alles beim Bewerben schief laufen!



Hallo, meine Lieben!

Ich habe mich bereits ja vor Monaten über meinem Mitbewohner hier aufgeregt. Ich hatte wirklich überhaupt keine Lust mit jemanden, der so anders, so verständlislos und so rücksichtslos ist, zusammen zu wohnen. So einen Mitbewohner wünsche ich niemanden! Schon der Gedanke, dass er zurück kommen wird, machte mich wütend. Doch irgendwann teilte uns unser Vermieter mit, dass wir einen neuen Mitbewohner suchen können, weil der alte nicht mehr wieder kommt. 

Und jetzt sitze ich hier und beantworte die eMails von potentiellen Mitbewohnern. Irgendwie habe ich mir das schöner vorgestellt. Die - in meinen Augen - unmöglichsten Anfragen möchte ich euch vorstellen. Natürlich habe ich den Namen verändert und gebe die Nachricht nur sinngemäß wieder.

Ich bin mir sicher, dass es vielen Menschen so geht wie immer. Immerhin sucht man jemanden, der in die Wohnung passt, mit dem man sich versteht und mit dem man - im Idealfall - ohne Streitereien leben kann.

Die eMail ist das erste, was man von einer fremden Person bekommt. Und dieser Eindruck muss sitzen! Ihr wollt in genau diese WG? Ich zeige euch, was überhaupt nicht geht und gebe euch Tipps für das erste Anschreiben. 


WG-Zimmer-Suche: Das kann alles beim Anschreiben schief laufen!



"Hi, ich bin Max Mustermann. Wann kann ich das Zimmer sehen?"

Der Sinngehalt dieser Nachricht liegt bei Null.
Ich weiß nicht, wie alt die Person ist. Ich weiß nicht, macht und was sie machen will. Ich weiß nicht, woher sie kommt. Ich weiß nicht, was für Hobbys sie hat. Ich weiß nur eins: Die Person hat sich nicht die Mühe gegeben sich vorzustellen und einen netten Eindruck bei mir zu hinterlassen. Sie möchte nehmen (das Zimmer) ohne zu geben (Informationen über sich).
Ein vollständiger Lebenslauf ist vollkommen überflüssig. Aber ein paar Worte über die Person sind hilfreich, um sich ein Bild zu machen und um zu entscheiden, ob die Person sympathisch ist oder nicht.
Ich habe schon von einigen WGs gehört, dass sie über 150 Anfragen innerhalb von zwei Tagen bekommen haben. Ratet mal, ob sie solche eMails beantwortet haben? Richtig geraten. Sie sind direkt im Müll gelandet.

Tipp #1

Wenn du auf eine Anzeige für ein WG-Zimmer reagierst und es sich dabei nicht um eine reine Zweck-WG handelt, solltest dich in den eMails vorstellen und beschreiben. Dadurch hebst du dich von anderen ab und hast schon mal etwas, worüber ihr beim Treffen reden könnt.
Vielleicht bist du ja ein Eintracht-Fan und die WG-Mitbewohner auch? Dann punktest du auf jeden Fall damit, wenn du das erwähnst.



"Die Fahrt ist so lange und so umständlich. Können wir skypen?"

Solange du nicht im Ausland wohnst: Nein.
Die Mühe solltest du dir schon machen. Ich verstehe, dass man nicht alle paar Tage pendeln will. Aber über Skype kannst du weder die potentiellen Mitbewohner noch dein potentielles Zimmer kennen lernen. Die meisten Kameras sind nicht so gut, dass du zB Verfärbungen an den Wänden oder Gebrauchsspuren wahrnehmen kannst. Du würdest also in ein Zimmer einziehen, dass du nie zuvor gesehen hast. Was ist, wenn dir nur die schönsten Ecken gezeigt worden sind? Was ist, wenn die Wohnung an sich zwar top ist, das Haus und die Lage an sich aber überhaupt nicht deiner Vorstellung entspricht? Wie willst das heraus finden, ohne jemals dort gewesen zu sein?
Und die Tatsache, dass dir der Weg "zu weit" ist, zeigt auch, wie wenig Lust du auf das Zimmer hast. Denn wenn man etwas will, bewegt man auch seinen Arsch. 


Tipp #2:

Suche ein paar Tage aus, in denen du in der Stadt bist, in der du auch das Zimmer haben willst, und buche dann ein günstiges Zimmer in einem Hostel. Am besten nimmst du einen Freund oder eine Freundin mit und ihr erkundet in der Freizeit die Stadt und Abends die Bars.
Dann versuchst du, ganz viele Besichtigungstermine in diese Zeit zu legen. Bewirb dich auch mal bei WGs, die vielleicht nicht exakt deinen Vorstellungen entsprechen - vielleicht werden sie dich am Ende doch überzeugen (und du bist eh in der Stadt und brauchst eine Bleibe).


"Wie viel kostet das Zimmer? Wie hoch ist die Kaution?"

Ich bin tatsächlich mal gefragt worden, wie hoch die Kosten für das Zimmer sind. Dabei steht wirklich alles in der Beschreibung drin! Wenn du dir nicht mal die Mühe machst, die Anzeige, die ich für dich verfasst habe, durch zu lesen, wieso sollte ich mir die Mühe machen, deine eMail zu beantworten? 

Tipp #3:

LIES. DIE. ANZEIGE.
Wenn man unbedingt ein Zimmer sucht und ganz viele WGs anschreibt, verliert man schnell den Überblick. Für mehr Übersicht kannst du eine Tabelle (entweder mit Pen and Paper oder mit Excel) erstellen. Als ich nach einem Zimmer gesucht habe, habe ich die Größe des Zimmers, die Anzahl der Mitbewohner, den Preis, die Kaution, die Adresse und - falls vorhanden - die Handynummer aufgeschrieben. Aufwendig? Nein, aber es erleichtert das peinliche Nachfragen und man hat immer eine Übersicht.


"Ist das Zimmer möbiliert?"

Diese Frage gehört in die gleiche Kategorie wie die Frage nach den Kosten. Hätte man sich die Mühe gemacht und auch die Anzeige für das Zimmer, für das man sich gerade bewirbt, angeschaut, müsste man diese Frage nicht stellen.
Die 08/15-eMail, die wirklich IMMER los geschickt wird, wirkt nicht wirklich einladend. Das ist wie mit einem Bewerbungsschreibung für einen neuen Job: Man kann natürlich eine Standard-Bewerbung an alle Unternehmen schicken. Aber wahrscheinlich wird sie kaum beachtet. Wenn du aus der Masse heraus stichst, auf das Unternehmen (in unserem Fall: die WG) eingehst, sind die Chancen hören, dass du zu einem Bewerbungsgespräch (in unserem Fall Besichtigungstermin) eingeladen wirst.

Tipp #4:

Gehe auf die WG ein, wenn du sie anschreibst.
Die WG veranstaltet regelmäßig Koch- und Filmabende? Wenn das was für dich ist, kannst du auch noch deine Lieblingsküche und dein Lieblingsgenre erwähnen! 


"Ist das Zimmer noch frei?"

Ja, ist es - sonst wäre die Anzeige nicht mehr online. Die Wahrscheinlichkeit, dass das nicht der Fall ist, ist relativ gering. Gehe einfach davon aus, dass die Anzeige online ist, und bewirb dich mit einem persönlichen Anschreiben und setze dabei am besten die vorherigen Tipps, um einen guten Eindruck zu hinterlassen.
Du kannst nur dann einen netten Eindruck hinterlassen, wenn dich die WG-Beschreibung anspricht. Wenn du schon beim Lesen der Anzeige denkst, dass es überhaupt nichts wird, weil z. B. jedes Wochenende eine Hausparty geschmissen wird, im Flur geraucht wird, kein Putzplan existiert, etc. bewirb dich auch nicht und verstelle dich auch nicht. Immerhin solltest du in die WG passen - und die WG zu dir. Wenn es grundlegende Meinungsverschiedenheiten gibt, ist es eine Zeitverschwendung eine Bewerbung zu schreiben.

Tipp #5:

Sei ehrlich und verstell dich nicht! Wenn du nicht ordentlich bist, solltest du das auch nicht behaupten. Ansonsten ist Streit in der WG vorprogrammiert. Wenn du Hauspartys und späten Besuch überhaupt nicht ausstehen kannst und dich lieber in dein Zimmer verkriechst und die Mitbewohner meidest, solltest du nicht behaupten, dass du eine offene Person bist. Und so weiter. Beschreibe dich so ehrlich wie möglich. Dann sind die Chancen groß, dass du genau die WG findest, die am besten zu dir passt. 




Fazit:

An sich ist eine gute Beschreibung gar nicht so schwer: Als WG möchte man ein Bild von dem Bewerber haben. Und man hat die ständigen 08/15-eMails satt, in denen Fragen gestellt werden, die in der Anzeige beantwortet werden.
Seid mal ehrlich: Würdet ihr eine Person zu einem Gespräch einladen, von der ihr nur wisst, dass sie die Anzeige nicht gelesen hat? Ich bezweifele das stark. Außer sie ist die einzige Person, die sich beworben hat.
Also gebt euch einfach etwas mehr Mühe. Wir wissen alle wie lästig die Suche nach einem WG-Zimmer ist. Und wenn wir erst mal dran sind mit den Castings, wissen wir auch, wie lästig so eine Suche nach einem passenden Mitbewohner sein kann.

Kommentare:

  1. ich kann mir denken, dass solche Fragen recht nervig sind. Ich finde es gut, dass du/ihr auflistet, was man falsch machen kann. Ich bin zwar noch nicht so alt, dass ich in eine WG ziehe, aber ich habe jetzt dank euch schon einmal Einblicke, was ich beachten sollte.
    Toller Post
    Liebe Grüße,
    Bekky von brooklynmk.blogspot.de

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  2. Ich habe mir erstmal die Vorgeschichte zu dem alten Mitbewohner durchgelesen und das der nicht wieder kommt scheint ja wirklich ein Glück zu sein :) Ich hoffe, du findest einen guten neuen Mitbewohner.
    Liebe Grüße, Mona

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  3. Ohje, da ich noch Zuhause wohne, hatte ich diese WG Probleme noch nie, aber meine beste Freundin berichtet mir fleißig darüber :-) sowohl selber eine WG suchen kann äußerst nervig sein, aber auch einen Mitbewohner suchen kann ordentlich an den Nerven zerren.
    Ich hoffe, dass du jemand passenden für dich findest und dass alles gut läuft :-)
    Liebe Grüße
    Anita
    www.anischu.com

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  4. Herrlich – zum Glück musste ich mich mit sowas noch nie rumplagen. Hab bisher immer alleine oder jetzt eben mit meinem Partner zusammen gewohnt. ;)

    Viel Erfolg weiterhin. Ich hoffe, dass du diesmal einen tollen Mitbewohner findest. :)

    Liebst, Elisa
    www.elisazunder.de

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  5. Ich wünsche dir viel Erfolg auf der Suche nach einem passenden Mitbewohner :) Die Anfragen waren ja alle echt ziemlich unverschämt - auf sowas würde ich gar nicht erst antworten ;)
    <3 Anna
    https://whenanna.wordpress.com/

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