Mein Jahr ohne Alkohol



Hallo, meine Lieben!

In genau einem Monat ist es so weit: Ich werde um Mitternacht meinen ersten Shot trinken und am Ende des Abends über der Kloschüssel hängen und den kompletten Mageninhalt auskotzen!
Nein, Spaß bei Seite. Ich werde wieder trinken. Ich werde mich sogar richtig besaufen. Denn das habe ich nach einem Jahr, in dem ich auf Alkohol verzichtet habe, verdient! Ich freue mich darauf, wieder einen Touch Down,  Sex on the Beach und Wodka-Energy zu trinken. Ich freue mich auf meinen Lieblingswein und auf Hugo.  Und Wodka-Feige dürfen wir auch nicht vergessen.  Ach, ich freue mich darauf. Endlich werde ich mir die Karte angucken und einen neuen, lecker klingenden Cocktail bestellen können. In den letzten Monaten gab es für mich, wenn ich unterwegs war, Club Mate oder Tee. Denn von alkoholfreien Cocktails oder Getränken wie Cola halte ich nichts.

Was hat sich in der Zeit für mich verändert?

Zuerst muss ich sagen, dass meine Freundschaften darunter nicht gelitten haben. Ich ging nach wie vor auf Partys und in die Kneipen und genoss die Zeit mit meinen Freunden. Die meisten haben das mehr oder weniger akzeptiert. Auch neue Menschen, die ich in der Pause kennen gelernt habe, reagierten positiv, als ich ihnen erklärte, dass ich ein Jahr lang nichts trinke. Meistens wurde ich von ihnen bemitleidet, weil ich als einzige nüchtern war und alle Besoffenen um mich herum ertragen konnte. Aber wisst ihr was? Das macht echt Spaß. Solange mir niemand auf die Füße tritt, ist alles gut. Es ist echt lustig, von besoffenen Menschen umgeben zu sein. Man hat einfach immer etwas zu lachen!
Natürlich habe ich mir manchmal gewünscht in dem gleichen, entspannten Zustand zu sein wie die anderen. Aber am Tag danach war ich froh, keinen Alkohol getrunken zu haben. Denn so blieb mir auch der Kater erspart und ich konnte meinen Tag voll nutzen.

Alkohol ist günstig!

Ja, richtig gelesen. Ich dachte eigentlich, dass ich sparen werde. Und ich habe eigentlich auch gespart, weil ich einfach nicht so viel bestellt habe. Aber Bier ist und bleibt immer noch günstiger als Club Mate, Tee und Softdrinks.  Vor allem, wenn an dem Abend irgendeine Aktion ist. Und die Rabattaktionen beziehen sich IMMER auf alkoholhaltige Getränke. Abstinenz wird nicht belohnt, sondern bestraft. Du willst etwas für deine Gesundheit machen? Dann zahl drauf!

Wodurch habe ich meinen Alkoholverzicht kompensiert?

So ganz ohne Drogen habe ich es nicht geschafft. Ich meine, wenn ich weiterhin so gelebt hätte und zusätzlich auf Alkohol verzichtet hätte…wow, wäre das gesund gewesen! Viel zu gesund! Also musste etwas her, was mir und meinem Körper schadet und gesellschaftlich anerkennt ist. Ich habe mich für Shisha entschieden. Als Nichtraucher war es am Anfang zwar schwer aber ich habe den Nikotinflash geliebt. Inzwischen habe ich ihn so gut wie nie. Dafür rauche ich viel zu oft. Vor allem es hat mir echt gut getan, nicht mehr ein Außenseiter zu sein. Das hört sich härter an, als es war. Aber als Nichttrinker ist man eben ein Außenseiter.
Als nächsten habe ich vor, meinen Shishakonsum einzuschränken. Dafür gibt es zwei Gründe: Es ist auf Dauer teuer und es schadet meiner Gesundheit. Deshalb spiele ich mit den Gedanken, mir einen guten Shishaschlauch und Shiazosteine zu kaufen. Gleichwohl ist eine E-Zigarette praktischer, da ich sie dann überall rauchen kann. Ich muss mir das noch mal gut überlegen. Aber wenn es soweit ist, sage ich euch, wofür ich mich entschieden habe. 

Wie geht es weiter?

Wie ich bereits beschrieben habe, werde ich erst mal das nachholen, was ich in diesem Jahr verpasst habe. Aber ich glaube, dass ich relativ schnell wieder dem Alkohol den Rücken zukehren und darauf verzichten werde. Ganz ehrlich: Ich habe es eigentlich nicht vermisst. Nüchtern zu sein bereitet mir mehr Freude als besoffen zu sein und am nächsten Tag alles, was ich gemacht oder gesagt habe, zu bereuen.
Aber ich möchte an besonderen Tagen, zum Beispiel an Geburtstagen, mit einem Glas Sekt anstoßen. Oder wenn ich meine Hausarbeit mit einer guten Note zurückbekommen habe. Oder einen leckeren Cocktail mit meinen Mädels genießen!


Traut ihr euch zu, ein Jahr lang auf Alkohol zu verzichten? 

 

Kommentare:

  1. Ich finde es ziemlich interessant, was du in deinem Blogpost geschrieben hast. Es ist sehr schade, dass man sich selbst irgendwo als "Außenseiter" empfindet, nur weil man keinen Alkohol trinkt oder nicht zu körperlich schädigenden Produkten greift (z.B. Zigaretten, Shisha etc.). Ich glaube, weder das Trinken noch das Rauchen ist "gesellschaftlich anerkannt". Es sind doch alles eher Mittel, um sich besser zu fühlen oder um die eigene Unsicherheit zu überspielen - was dann halt auch mal schnell zur Sucht werden kann.
    Ich trinke selber ab und zu Alkohol, aber wirklich nur in Gesellschaft und zu besonderen Anlässen (z.B. Partys etc.). Manchmal auch ein Feierabendbierchen mit meiner WG, denn ich finde, dass ein Bier den Kopf schon unheimlich befreit.
    Für mich wäre das "Ein-.Jahr-Lang-auf-Alkohol-Verzichten-Experiment" wahrscheinlich nichts, weil ich es für mich selber als sinnlos empfinden würde. Ich kann meinen Alkoholkonsum meist sehr gut kontrollieren und würde nie alleine zur Flasche greifen. Und es macht zugegbenermaßen ja auch einfach Spaß, am Wochenende mal ein bisschen den Kopf freizukriegen. ;) Solang man sich nicht ständig berauscht.
    Aber ich finde es mutig, dass du es so durchgezogen hast.

    Liebe Grüße,
    Mimi
    Mimi's Bulletin

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    1. Aber Menschen, die in Kneipen ein Bier trinken oder auf der Straße eine Zigarette rauchen, werden nicht blöd von der Seite angemacht. Es gibt einen großen Unterschied im Umgang mit legalen Drogen, die toleriert und deshalb für mich von der Gesellschaft anerkannt werden, und illegalen Drogen, die von den meisten verteufelt werden. Ich stimme dir aber zu, was die Unsicherheit betrifft.

      Oh gott, nein, alleine habe ich auch niemals getrunken und würde es niemals tun :D Bei mir waren es auch nur besondere Anlässe. Aber es gab zu Studienanfang zu viele besondere Anlässe und irgendwann tat mir mein Körper (und mein Geldbeutel) Leid. Ich wollte wissen, ob ich es auch ohne Alkohol schaffe. Und ein Jahr war eben eine Herausforderung. Alles andere hätte ich locker geschafft. Mein Alkoholkonsum war durchschnittlich. Es gibt Menschen, die um einiges mehr trinken und nicht im Traum daran denken irgendetwas daran zu ändern.
      Du hast auf jeden Fall Recht. Ein Bierchen und ein Glas Wein entspannt und befreit den Kopf :)

      Liebe Grüße, Alex

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  2. Ich selber kann sehr gut ohne Alkohol und ohne andere Arten von Drogen wzb Zigaretten oder Shisha leben. Für mich war es nie ein Problem 1 Jahr oder länger ohne Alkohol oder dergleichen auszukommen. Klar gibt es immer irgendwelche Leute, die einen blöde anschauen, versuchen einen zu überreden oder es halt auch zum Glück akzeptieren. Aber mir war das schon immer egal. Ich habe mich deswegen niemals als Außenseiter empfunden oder musste mich nach einer anderen Droge als Ersatz umschauen. Ich finde es eher immer sehr bedenklich und unangenehm, wenn Leute um mich herum betrunken sind. Ich fühle mich unter betrunkenen meist nicht so wohl. Wenn man angeshakert ist, also einen kleinen Schwips hat, kann das ja ganz lustig oder niedlich sein, aber viele Leute betrinken sich ja regelrecht und das finde ich immer sehr bedenklich. Ich verstehe oft nicht warum Leute nicht ohne Alkohol oder Drogen Spass haben können. Generell habe ich aber nichts, wenn man mal feiern gehen möchte und dann mal was trinken möchte. Solange alles im kontrollierbaren Rahmen bleibt ist alles ok. Ich finde es aber sehr gut, dass du das durchgezogen hast. Es schadet in keinem Falle deiner Gesundtheit ;) Lieben Gruss, Strasskind :)

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    1. Ich habe die Folgen des Außenseiters auch nur bei einer Shotrunde gemerkt. Ansonsten fühlte ich mich nicht alleine oder ausgestoßen. Aber die Tatsache, dass ich im Gegensatz zu anderen darauf verzichtet habe, hat mich zu einem gemacht. Auch wenn ich mich in der Zeit trotzdem gut gefühlt habe, ich war nicht der Teil der Gruppe, der trinkt. Ich hatte dennoch meinen Spaß :)

      Ja, wenn Menschen übertreiben, ist es definitiv nicht lustig. Vor allem nicht dann, wenn es jedes mal passiert. Da sollte man doch selbst den Wunsch und den Willen haben, etwas zu ändern? Es gibt immerhin schöneres als mit einem Kater aufzuwachen!

      Liebe Grüße, Alex :)

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  3. Interessanter Bericht und definitiv ein gutes Ding. :D
    Wobei ich sicher eine der nervigen Freunde wäre, die dich immer wieder bemitleiden oder versuchen, dich umzustimmen :D

    http://frombudapesttoseoul.blogspot.com

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    1. Das ist immer noch besser als "Du schaffst es eh nicht!" :D

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  4. Ich trinke gelegentlich Alkohol, wenn ich Lust dazu habe. Die Aktion, ein Jahr nichts zu trinken finde ich interessant. Aber dass Du dann den Alkohol mit Shisha kompensiert hast, finde ich merkwürdig und wenig zielführend. Nur deswegen zu einer Droge zu greifen, damit man sich nicht mehr als Aussenseiter fühlt, ist wirklich schade. Mir gäbe es zudem etwas zum Nachdenken, in was für einer Gesellschaft ich mich bewege.
    Aber ich hoffe, dass Du bald das richtige Maß für Dich mit allem findest, ob Shisha oder Alkohol.

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    1. Ich habe nicht gezielt nach einem Ersatz gesucht. Ich habe ihn einfach gefunden.
      Menschen, die auf Chips und ungesunde Snacks verzichten, ersetzen diese mit Gemüsesticks. Menschen, die ihren Kaffeekonsum reduzieren wollen, greifen stattdessen zu einem anderen Getränk. Menschen, die rauchen und damit aufhören wollen, ersetzen auch das Rauchen durch irgendetwas.
      Ich habe oft beobachtet, dass mit einem Aufhören auch ein Ersetzen einherging. Und solange die Droge danach besser ist, ist es ein Fortschritt :)

      Und keine Sorge, ich rauche nicht oft! Öfter als zwei mal im Monat kommt das nicht vor. Dafür ist mir auch das Geld viel zu schade ;)

      Liebe Grüße, Alex

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  5. Ein sehr spannendes Experiment! Ich habe auch aufgehört, zu trinken, wobei es in meinem Alter eher weniger auffällt. Sehr gute Erfahrungen und lass es dir richtig gut gehen! Und viel Spaß beim trinken:)
    Liebe Grüße, Lisa von

    http://lifstylehouse.blogspot.de/

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  6. Wow ein echt interessantes Experiment ! Ich finde es sehr beeindruckend, dass du das wirklich ein Jahr durchgezogen hast ! Ich verzichte selbst seit einigen Monaten auf Alkohol nur mal um zu wissen wie das ist, wobei ich sagen muss, dass es mir sehr leicht fällt außer an Geburtstagen . Ich bezweifle dass ich dass noch lange durchziehen werde, ich kann zwar auf den Kater und das totale betrunkensein gut verzichten , aber so ein Glühwein auf dem Christkindlmarkt ist schon was schönes :)
    Meine Erfahrungen mit shisha sind leider nicht so gut ich war bis vor circa einem halben Jahr ein leidenschaftlicher Shisha Raucher hatte selbst 2 Zuhause und bin gern in die shisha bar neben an gegangen . Doch dann bekam ich immer so ein stechen in der Nähe meines Herzens und mein Arzt meinte dass ist nicht das herz sondern die Lunge , und klärte mich auf dass shisha viel schlimmer als Zigaretten sind und ich aufpassen muss, aber das ist ja jedem selbst überlassen und solang du es nicht übertreibst denke ich hast du auch nichts zu befürchten :p
    Liebe Grüße , Hannah :)

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  7. Hallo,
    spannendes Experiment, ich habe es vor 3 Jahren getan und ich bin noch immer abstinent, schade dass du es nicht bleibst.
    LG Steffi
    http://kochglueck.blogspot.de

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  8. Ja, Alkohol wird leider viel zu sehr unterschätzt.
    Vor allem der ganz schleichend zunehmende Konsum...

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